"Herbert – er ist nicht von dieser Welt" - mein neuer Sci-Fi-Thriller

...die story

Ein Mensch von  – sagen wir mal – sehr exotischer Herkunft schmiert mit seinem defekten Fluggerät ab. Er arrangiert sich schnell mit dem Missgeschick, sucht sich eine Bleibe und einen Job.  Er – Herbert –  passt sich an.

Leider verträgt er fast keinen Alkohol und schaut eines Abends zu tief ins Glas. In diesem Zustand outet er sich gegenüber seinen neuen Freunden. Er kommt vom Planeten Goni und ist als eine Art Entwicklungshelfer zur Erde geschickt worden.  Seine Fähigkeiten im Umgang mit IT sind sagenhaft. Einer seiner Aufträge ist es, die Atomwaffen auf der Erde außer Funktion zu setzen. Daran haben auch seine Vorgänger schon gearbeitet, das Projekt liegt in den letzten Zügen. 

Im Umgang mit Frauen ist Herbert absolut ungeübt, schließlich ist er erst 7 Jahre alt, ist als 30-Jähriger von einer leicht defekten  Menschen-Reproduktionsmaschine erzeugt worden.

ie Einwohner seines Planeten Goni sind die Gonim. Das sind die, die In Roswell abgestürzt sind. Die Gonim sind absolute Fans von Surf-, Segel- und Skisport, wahre Wasser-, Schnee- und Wind-Verrückte und wollen öfter zum Aktivurlaub auf die Erde reisen. Aus Angst vor Anschlägen soll Herbert jetzt auch noch die Schusswaffen auf der Erde unbrauchbar machen, was er natürlich routiniert erledigt. 

Per Zufall kommt Herbert der Mafia bei gewissen Aktivitäten auf die Schliche, legt sich mit ihr an und dummerweise findet die ehrenwerte Gesellschaft eine Spur zu ihm. Sie versuchen, ihn aus dem Weg zu räumen.

Das ist bei einem Herbert nicht so einfach und misslingt. Aber sie schaffen es, seine Freundin zu entführen. Am Ende wird er auch damit fertig, aber bis dahin ist es ein dorniger Weg .

Es verändert sich viel in einer nunmehr fast waffenlosen Welt. Regionen spalten sich von Staaten ab, in denen sie sich nicht wohl fühlen, das Verbrechen ist auf dem Rückzug. Große Länder zerfallen in kleine Regionen, die Supermächte gibt es nicht mehr bis auf die Gonim, aber die laufen immer nackt herum, reißen Witze und interessieren sich fürs Kiten, Surfen, Segeln und fürs Skifahren.

Die Welt wird friedlicher. 

Leseprobe: Bierkönig

Eva und Herbert sind bei Carla und Thomas eingeladen. So ganz klassisch zum Abendessen.

„Herbert, was gibt`s Neues?“, fragt Thomas. 

„Eva wird bald zu mir ziehen“, verkündet der glücksstrahlend. „Mann, das freut mich sehr für euch. Willst du es also versuchen mit dem angeblich schwedischen Gockel aus Goni.“

Herbert wendet sich beleidigt ab. „Du Hobby-Programmierer“, mault er.

„Mal langsam, ich habe beschlossen, Meyers-Rocke den Rocken, nein, den Rücken zu kehren. Aber ich habe einen Vertrag und den werde ich erfüllen. Das dauert also noch ein bisschen“, präzisiert Eva die Sache.

Thomas steht auf und umarmt zuerst sie, dann ihn. Das rührt Herbert offenbar, denn er schnieft ein wenig.

„Glückwunsch, Eva, und Glückwunsch, Alter!“

„Ich habe einen neuen Auftrag.“

„Lass hören!“

„Gonim machen schon lange Ferien auf der Erde, bisher nur vereinzelt Jetzt kommt das in Mode und es würden gerne wesentlich mehr von ihnen herkommen als bisher.“ Thomas starrt ihn an, muss schallend

lachen. „Was, Ferien? Am Strand von Malle und sich bräunen? Und abends ab in die Großraum-Disco, den Bierkönig, zum Komasaufen? Und wie kriegst du Aufträge aus Goni? Per Telefon?“

„Ja, ich bekomme Nachrichten aus Goni.“

„Die müssten bei 15 Lichtjahren ja 15 Jahre unterwegs sein“, meint Carla.

Herbert sieht die beiden überheblich an. „Ignoranten. Wir haben zwei neue Wurmlöcher gefunden. Jetzt dauert das nur noch ein paar Tage.“

„Aha, und du sollst jetzt Pauschalreisen organisieren, Malle, Phuket und Antalya?“, will Carla wissen.

„Nein, es geht um Kultur.“

„Bierkönig ist auch eine Art von Kultur.“

„Sei mal ernst.“

„Ich hasse es, ernst zu sein“, sagt Thomas. „Geht doch nach Griechenland, die können ein wenig Umsatz gut gebrauchen.“

„Hm, Griechenland wäre nicht schlecht“, meint Herbert.

„Ich verkaufe meine Firma, dann hätte ich ab sofort Zeit. Ich könnte ins Reisegeschäft einsteigen“, schlägt Thomas vor.

„Sie wollen auch Ski fahren.“

Jetzt lässt Thomas seinen Oberkörper mit Schwung auf den Tisch fallen. Ein Lachkrampf schüttelt ihn.

„Nackt? Das wird kalt.“ Der Tisch hat unter dem Aufprall verdächtig geknackt. Herbert sieht Thomas missbilligend an.

Der ist nicht mehr zu bremsen: „Da bin ich dabei, ich habe als Student die Skilehrerprüfung gemacht. Und wegen der Finanzierung rufe ich bei der Mafia an. Da können wir Geld waschen, oder braucht ihr eine Quittung fürs gonische Finanzamt?“

Thomas und Carla prusten. Er ist knallrot im Gesicht. Tränen fließen.

„Wir zahlen keine Steuern“, sagt Herbert todernst.

„Ein Film mit Jody Foster hieß Contact“, fällt Carla ein. Darin geht es um den ersten Kontakt zu Außerirdischen. Habe den damals gesehen. Erschien mir aber bedeutend weniger profan als das, was wir mit unserem Glückskeks aus dem All hier gerade erleben.“

Thomas haut noch einen raus. „Leute, wir steigen ins interstellare Reisegeschäft ein! Wir werden der interstellare Fernbus und wir werden sie grün anmalen, die Raumschiffchen. Aber wie bringen wir die Gonim hier her? Wie groß sind die eigentlich?“

„So um die 1,70 m.“

„Aha, etwa wie wir. Dazu müssten wir ja offiziell Kontakte herstellen. Wollen die das denn?“

Wie aus der Pistole geschossen, kommt die Antwort: „Nein, das wollen die zurzeit nicht. Und ich sage euch auch, warum. Denkt mal darüber nach. Wenn hier Gonim auftauchen, werden die Geheimdienste der Amis, der Russen und der Chinesen sie sofort schnappen, um aus ihnen alles rauszuquetschen, was ihr noch nicht wisst. Und das ist viel“, lacht er dreckig.

„Sind die Gonim empfindlich?“, fragt Thomas.

„Nein, das sind harte Typen.“

„Stimmt, hast du mal gesagt.“

„Wenn welche von der CIA oder dem russischen Geheimdienst gefoltert werden, müssten wir sie befreien, und dann reicht ein Funke für die Eskalation.“

„Und falls ihr mit großen Schiffen kommt?“

„Die sind nicht so unverwundbar wie in den Science-Fiction-Filmen. Ein  Angriff von zehn Eurofightern mit Meteor- oder AMRAAM-Raketen würde reichen.“ Er macht eine bedeutsame Pause.

„Das Problem seid nicht ihr, das Problem sind wir“, muss Carla zugeben. „Die Menschen haben erstens Angst vor euch und zweitens ist die Menschheit untereinander so uneinig, eifersüchtig und neidisch. Die Russen würden alles machen, um den Amerikanern zuvorzukommen, und umgekehrt. Wenn da eine überlegene Zivilisation und vor allem Technologie auftaucht, dann will jeder sie unbedingt haben, koste es, was es wolle. Dann kannst du dich in die Südsee verkrümeln oder in die Schweiz, du hinderst die Geheimdienste nicht daran, dich zu holen. Die machen weltweit genau das, was sie wollen.“

Thomas fällt was ein:

„Wenn die Schusswaffen aber nicht mehr funktionieren, sieht wieder alles ganz anders aus. Jetzt verstehe ich, warum du die zerstören sollst.“

Herbert grinst vielsagend.

„Genau.“

Carlas Kopf wackelt bedenklich. Eva steht daneben und hört die ganze Zeit nur gebannt zu.

„Die Gonim waren übrigens schon öfter auf der Erde“, erklärt Herbert ihnen.

„Was? Wo? Wann?“

„Ja, ja, die W-Fragen. Um 2000 vor Christi Geburt waren wir das erste Mal in Ägypten. Damals haben wir noch auf Götter gemacht und die Ägypter sind drauf reingefallen. Da habe ich ein Video.“

„Du hast ein 4000 Jahre altes Video?“, fragt Carla entgeistert.

„Klar.“

„Hast du auch eins mit Jesus drauf?“

„Ja.“

Jetzt sackt sie auf das Sofa. „Der hat ein Video mit Jesus drauf! Was der Vatikan wohl dazu sagen würde. Wir könnten es auf ebay verscheuern.“

Eva sitzt jetzt mit offenem Mund da. Sie bleibt weiterhin stumm.

„Seit damals waren wir regelmäßig hier zu Gast. Bis heute. Letztes Jahr waren ein paar Gonim in Kanada zum Skifahren. Die waren im Nordwesten an einer ganz einsamen Stelle und haben da Tiefschneefahren geübt.“

„Wow, die müssen ja gut sein“, staunt Thomas.

„Klar, und wir brauchen keine Helikopter, wir haben ja Raumschiffchen, Skiraumschiffchen sozusagen“, prahlt er. „Kein Mensch hat etwas davon mitbekommen. Dann wollen sie natürlich auch segeln, surfen und kiten. Solche Aktivitäten sind auf Goni gerade groß in Mode. Und sie wollen reisen und alte Städte und Kulturdenkmäler besichtigen. Es kann dir übrigens seit Jahren passieren, dass du Gonim auf Reisen triffst. Achte mal auf Asiaten mit einem besonders blassen Teint. Die Gonim verkleiden sich ziemlich gut und treten immer in Gruppen auf. Sie sehen sowieso irgendwie asiatisch aus und benehmen sich auch so. Und im Münchner Hofbräuhaus hocken sie auch zusammen.“

Thomas kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. „Aber Herbert, wie sprechen die denn, wenn sie es gar nicht können?“

„Das ist einfach.“

„Hätte mich auch sehr gewundert, wenn etwas mal nicht einfach gewesen wäre.“

„Wir haben so einen Übersetzer entwickelt mit 400 Sprachen drauf. Ist winzig. Das sorgt sogar dafür, dass die Mundbewegungen stimmen.“

„Mal angenommen, die Gonim und wir würden offiziell und friedlich zusammenkommen, würdet ihr dann alles preisgeben, was ihr wisst?“

„Auf gar keinen Fall. Wir sind viel weiter als ihr, und das bleibt so. Vielleicht schafft ihr es ja irgendwann bis zum Mars. So far from home.“ Er fängt an, ansteckend zu lachen, muss sich den Bauch halten.

„Die Amis wissen, dass es uns gibt. Zumindest einige von ihnen – Roswell, Area 51. Die haben da sogar ein altes Raumschiff von uns. Sie können nur nicht damit umgehen. Auch das ist schon gedankengesteuert, aber sie hatten noch nie das richtige Gehirn dazu. Die suchen heute noch nach dem Armaturenbrett und dem Gaspedal – Amis eben.“ Er macht eine kurze Pause. „Bald ist Pfingsten. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht?“

Die drei schütteln den Kopf.

„Das ist ja der fünfzigste Tag nach der Auferstehung, gell?“

Thomas nickt.

„An Pfingsten geschah das sogenannte Pfingstwunder“, sagt Herbert. Er schaut erwartungsvoll in die Runde. „Euch muss man alles vorbeten. Vom Himmel her kam ein Brausen und es erschienen ihnen Zungen von Feuer und die Jünger wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. Denkt mal drüber nach, ob ihr das irgendwie in Zusammenhang mit einem gonischen Besuch bringen könntet. Und wenn der Groschen je fällt, könnt ihr mich das ja freundlicherweise wissen lassen. Geht mal in die Kirche, wozu haben wir die erfunden?“

Den dreien dämmert etwas.

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Schoofseggl Autor Axel Ulrich

Axel Ulrich

Seehaldenstr. 21    CH 8265 Mammern

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